Der Iran-Konflikt hat die ungewöhnliche Konstellation am Ölmarkt, die wir im Februar beobachtet hatten, abrupt beendet. Damals stützten geopolitische Risikoprämien das vordere Ende der Brent-Kurve, gleichzeitig drückten Angebots- und Nachfrage-Fundamentaldaten die Risikoaufschläge für längere Laufzeiten. Der Konflikt hat eine Konvergenz eingeleitet.
Konvergenz von Angebot und Nachfrage am Ölmarkt
Hinweis: Gleitende 30-Tage-Durchschnittswerte der Brent-Rohöl-Spreads.
Quellen: Berechnungen von Vanguard auf Grundlage von Bloomberg-Daten; Stand: 16. März 2026.
Außerdem hat er den größten Angebotsschock am Ölmarkt seit Jahrzehnten ausgelöst, zumal die Straße von Hormuz für den Schiffsverkehr effektiv geschlossen ist. Die weitere Entwicklung der Energiepreise hängt maßgeblich davon ab, wie lange diese Unterbrechung anhält, denn rund 20% des globalen auf dem Seeweg transportierten Öls (und ein ähnlich hoher Anteil Flüssiggas) müssen die Meerenge am Ausgang des Persischen Golfs passieren. Die Angebotsverknappung hat die Preise für kurzfristige Kontrakte in die Höhe schnellen lassen.
Doch auch wenn sich die Spreads für kurz- und langfristige Brent-Rohölkontrakte –wichtige Indikatoren für das Verhältnis von Angebot und Nachfrage sowie für geopolitische Risikoprämien – einander seit Beginn des Konflikts angenähert haben, fielen die Bewegungen am langen Ende der Kurve vergleichsweise moderat aus.
Im Vergleich zum nächstfälligen Kontrakt, der sich seit Ende Februar deutlich verteuert hat, ist der Preis für den 3-Jahres-Kontrakt nur mäßig gestiegen. Wie lässt sich diese Divergenz interpretieren? Offensichtlich rechnen die Märkte trotz des massiven kurzfristigen Schocks weiterhin mit einer relativ schnellen Lösung und nicht mit einer anhaltenden Angebotsverknappung.
Allerdings sind Kurse von 100 US-Dollar und mehr für Rohöl der Marke Brent kein Extremszenario mehr: Vom 12. bis zum 17. März wurde der nächstfällige Brent-Kontrakt für über 100 US-Dollar gehandelt; sollte der Ölpreis für längere Zeit über dieser Marke verharren, würde das Wachstum in den USA, im Europa und in Japan sinken und die Inflation steigen.
Inzwischen wirkt sich der Ölschock auch direkt auf die Preisbildung in anderen Märkten aus – durch Währungsschwankungen aufgrund von Verschiebungen in den Handelsbedingungen, höhere kurzfristige Zinsen und ruckartig steigende Inflationsprognosen. Da die hohen Ölpreise das Wirtschaftswachstum belasten und die Finanzkonditionen verschärfen, wird zudem die Zinspolitik unberechenbarer.
Die Ölmärkte werden auch in Zukunft ein wichtiger Gradmesser für Eskalationsrisiken sein, und auch die Moral für Anlegerinnen und Anleger bleibt die gleiche: Geopolitische Spannungen können massive und beunruhigende Kursschwankungen auslösen, doch Disziplin und der Blick auf langfristige Ziele sind auch in Zeiten erhöhter Volatilität unerlässlich.
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