Das Wichtigste auf einen Blick:

  • Das US-Wirtschaftswachstum fiel dank anhaltend robuster Nachfrage der privaten Haushalte stärker aus als erwartet.
  • Die Wirtschaft der Eurozone konnte die Rezession hinter sich lassen und ist im ersten Quartal 2024 gewachsen.
  • Die britische Wirtschaft erholt sich, weshalb wir unsere Wachstumserwartungen für das laufende Jahr angehoben haben.
  • Uneinheitliche Signale aus China deuten darauf hin, dass der Aufschwung im ersten Quartal 2024 fragil sein könnte.


Die anhaltend robuste Konjunktur in den USA, Wachstum im Euroraum und die Erholung der britischen Wirtschaft nähren Zweifel an schnellen Zinssenkungen.

USA

Wegen der anhaltend robusten US-Wirtschaftsdaten gehen wir weiterhin davon aus, dass Zinssenkungen bis Jahresende unwahrscheinlich sind. Die US-Notenbank (Fed) hat das Zielband für die Federal Funds Rate am 1. Mai bei 5,25 bis 5,5% belassen.

Der 12-Monats-Verbraucherpreisindex – ein wichtiger Inflationsindikator – ist im April auf 3,4% gestiegen, im Monatsvergleich betrug der Anstieg 0,3%. Die 12-Monats-Kerninflation (ohne die Preise für Lebensmittel und Energie) lag im April unverändert hoch bei 3,6%. Die Daten entsprachen insgesamt den Erwartungen und machen erneut deutlich, dass sich die Inflation noch immer nicht nachhaltig dem 2%-Ziel der Fed nähert.

Nach Angaben des Bureau of Economic Analysis ging das Wachstum der US-Wirtschaftsleistung von 3,4% im vierten Quartal 2023 auf 1,6% im ersten Quartal 2024 zurück, trotzdem waren wesentliche Impulsgeber für die Konjunktur wie Konsumausgaben und Unternehmensinvestitionen anhaltend stark. Wir gehen weiterhin davon aus, dass die US-Wirtschaft in diesem Jahr um 2% und damit geringfügig über Trend wachsen wird. Der Arbeitsmarkt hat sich im April etwas abgekühlt, bleibt aber mit 175.000 neu geschaffenen Stellen ebenfalls robust.

Euroraum

Steigende Wachstumsraten, höhere Energiepreise und der restriktivere Ausblick für die US-Geldpolitik haben uns veranlasst, unsere Zinsprognosen für den Euroraum bis Jahresende anzuheben: Wir gehen jetzt davon aus, dass die Europäische Zentralbank (EZB) ihren Leitzins bis Jahresende nur drei Mal um jeweils einen Viertelprozentpunkt auf 3,25% senken wird; zuvor waren wir von fünf Zinssenkungen ausgegangen.

Den Zinssatz für ihre Einlagefazilität hat die EZB im April stabil bei 4% gehalten, jedoch eine mögliche Zinssenkung angekündigt. Ein denkbarer Termin für eine solche Senkung wäre der 6. Juni. Die Wirtschaft der Eurozone zeigt Anzeichen einer Erholung von einem kurzen Abschwung und konnte die Rezession dank einer Wachstumsrate von 0,3% im ersten Quartal überwinden.

Die 12-Monats-Gesamtinflation lag im April stabil bei 2,4%, die Kerninflation (ohne die Preise für Lebensmittel und Energie) ging von 2,9% im März auf 2,7% zurück und dürfte bis Ende 2024 auf 2,2% sinken.

Die Arbeitslosenquote lag im März weiterhin auf einem Rekordtief von 6,5%. Die EZB geht davon aus, dass die Arbeitslosenquote bis zum Jahresende stabil bleiben wird; wir vermuten jedoch, dass der Arbeitsmarkt schwächer ist, als es die Daten nahelegen.

UK

Aktuelle Wirtschaftsindikatoren deuten auf eine Erholung der britischen Wirtschaft und einen Anstieg der Inflation hin, weshalb wir unsere Wachstumsprognose für das laufende Jahr von 0,3 auf 0,7% und unsere Kerninflationsprognose von 2,6 auf 2,8% angehoben haben.

Wir gehen weiterhin davon aus, dass die Bank of England (BoE) ihre Zinsen im August senken wird, wegen der global höheren Zinsen haben wir unsere Prognosen für das laufende Jahr dennoch reduziert und erwarten jetzt zwei Zinssenkungen bis Jahresende um jeweils 0,25 Prozentpunkte auf 4,75% in diesem sowie vier Senkungen in gleichem Umfang auf 3,75% im kommenden Jahr.

Laut Zahlen des Office for National Statistics (ONS) konnte sich die britische Wirtschaft von einer kurzen Rezession erholen und ist im ersten Quartal um 0,6% gewachsen, nachdem die Wirtschaftsleistung in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahres geschrumpft war.

Die 12-Monats-Gesamtinflation ist laut ONS im März geringfügig von 3,4 auf 3,2% zurückgegangen. Die 12-Monats-Kerninflation (ohne die Preise wie z. B. für Lebensmittel, Energie, Alkohol und Tabak) ging im März von 4,5 auf 4,2% zurück.

China

Trotz des robusten Wachstums von 5,3% im ersten Quartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum bestehen Zweifel an der Stärke der chinesischen Wirtschaft, zumal andere Wirtschaftsindikatoren auf eine mögliche Verschlechterung der Lage hindeuten.

Die „Totale Kapitalaufnahme in der Gesellschaft“, auf Englisch „Total Social Financing“ (TSF), ein grober Maßstab für die Kreditnachfrage, ist im April um 200 Milliarden Yuan und damit zum ersten Mal seit ihrer Einführung im Jahr 2002 zurückgegangen, was die Fragilität der wirtschaftlichen Erholung Chinas unterstreicht, die durch schwache private Nachfrage und anhaltenden Druck im Immobiliensektor gekennzeichnet ist.

Als Gegenmaßnahme plant die Regierung die Ausgabe spezieller langfristiger Staatsanleihen im Wert von 1 Billion Yuan, die an frühere Maßnahmen zur Eindämmung von Wirtschaftskrisen erinnern. Der Schritt soll die Wirtschaft ankurbeln, verdeutlicht aber auch das Risiko anhaltender struktureller Ungleichgewichte, zumal die Regierung weiterhin Investitionen und Produktion, nicht jedoch direkt die Verbraucherausgaben ankurbeln will.

Die chinesische Zentralbank hat ihren Leitzins stabil bei 2,5% gehalten, wegen der anhaltend niedrigen Inflation rechnen die Märkte jedoch mit einer möglichen Senkung auf 2,2% sowie mit einer Senkung des Mindestreservesatzes der Banken. Wir erwarten dagegen kurzfristig, wenn überhaupt, nur marginale geldpolitische Impulse.

Diese Angaben entsprechen der internen Einschätzung des Global Economics and Markets Team der Vanguard Investment Strategy Group (ISG) per 16. Mai 2024.

Renditeausblick

Nach der letzten Auswertung des Vanguard Capital Markets Model® (VCMM) haben wir unseren 10-Jahres-Ausblick für wichtige Märkte mit Daten per 31. März 2024 aktualisiert.

In den kommenden zehn Jahren erwarten wir die nachstehenden Nominalrenditen (jeweils in Landeswährung der Anlegerinnen und Anleger in den entsprechenden Wirtschaftsräumen).1

1 Die Zahlen beruhen auf einer Bereichsleiste mit einer Genauigkeit von zwei Punkten für Aktien bzw. einem Punkt für Anleihen (jeweils um das 50. Perzentil). Die Zahlen in Klammern geben die Median-Volatilität an.

 

WICHTIGER HINWEIS: Die Prognosen sowie andere Informationen, die von dem Vanguard Capital Markets Model® generiert werden und die Wahrscheinlichkeit verschiedener Anlagerergebnisse zum Gegenstand haben, sind naturgemäß hypothetisch, stellen keine tatsächlichen Anlagerergebnisse dar und garantieren keine zukünftigen Erträge. Die Ergebnisse des Modells werden mit jeder Nutzung sowie im Laufe der Zeit variieren. Die Prognosen des VCMM basieren auf statistischen Analysen und historischen Daten. Zukünftige Renditen können von den im VCMM erfassten historischen Mustern abweichen. Noch wichtiger ist jedoch, dass das VCMM extrem negative Szenarios unterschätzen kann, die in den historischen Zeiträumen, auf denen die Modellschätzungen beruhen, nicht vorkamen.

Das Vanguard Capital Markets Model® ist ein firmeneigenes Finanz-Simulationsinstrument. Es wurde von den primären Investment-Research- und Beratungsteams von Vanguard entwickelt und wird von diesen gewartet. Das Modell prognostiziert die Verteilung zukünftiger Renditen für zahlreiche Assetklassen. Zu diesen Assetklassen gehören die US-amerikanischen und internationalen Aktienmärkte, US-Treasuries und Unternehmensanleihen mit verschiedenen Laufzeiten, internationale Anleihemärkte, US-Geldmärkte, Rohstoffe sowie bestimmte alternative Anlagestrategien. Die theoretische und empirische Grundlage des Vanguard Capital Markets Model ist die Beziehung zwischen Rendite und Risiko: Die Renditen zahlreicher Assetklassen sind der von Anlegern im Gegenzug für bestimmte Arten von systematischem Risiko (Beta) verlangte Ausgleich. Das Modell beruht im Kern auf Schätzungen der dynamischen statistischen Beziehung zwischen Risikofaktoren und Asset-Renditen. Diese erhalten wir durch statistische Analyse monatlicher Finanz- und Wirtschaftsdaten, die bis in das Jahr 1960 zurückreichen. Mithilfe eines Systems von Gleichungsschätzungen führt das Modell eine Monte Carlo-Simulation durch, um die geschätzten Zusammenhänge zwischen Risikofaktoren und Assetklassen sowie Ungewissheit und Zufälle langfristig zu prognostizieren. Das Modell generiert eine große Anzahl simulierter Ergebnisse für jede Assetklasse über verschiedene Zeiträume. Die Prognosen werden durch Berechnung der Zentraltendenzen in diesen Simulationen gewonnen. Die Ergebnisse des Modells variieren mit jeder Nutzung sowie im Laufe der Zeit.

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