Auf einen Blick:

  • Wir erwarten eine höhere Inflation im Euroraum, die Zinsen dürften daher im zweiten Quartal auf 3,5% steigen.
  • Inflationseindämmung ist weiterhin das wichtigste Ziel der US Federal Reserve, das Risiko einer US-Rezession im Jahr 2023 schätzen wir weiterhin auf 90%.
  • Die britische Wirtschaft hat sich zuletzt etwas erholt, dennoch halten wir auch in Großbritannien eine Rezession in diesem Jahr für wahrscheinlich.
  • Unsere Wachstumsprognosen für China haben wir dagegen nach einem starken vierten Quartal auf 5,3% angehoben.

 

Wirtschafts- und Marktupdate

 

Es war ein Monat der Gegensätze für die größten Volkswirtschaften der Welt: Mit dem Ende der strikten Covid-Maßnahmen verbessern sich die Aussichten für die chinesische Wirtschaft, und auch die aktuellen Konjunkturdaten für Euroraum überraschten positiv. Die USA und Großbritannien steuern dagegen auch aufgrund der Inflationsbekämpfung der Zentralbanken weiterhin auf eine Rezession zu.

Nach robusten Zahlen im vierten Quartal und dem Ende der Covid-Lockdowns haben wir unsere Wachstumsprognosen für China von 4,5 auf 5,3% angehoben.

Wir hatten ein allmähliches und ungleichmäßiges Ende der Null-Covid-Politik erwartet, stattdessen will die Regierung nun offenbar alle Kontrollen aufheben – obwohl das Virus inzwischen das Gesundheitssystem des Landes überlastet.

In den USA könnten die höheren Löhne im Laufe des Jahres zu einem unerwartet deutlichen Anstieg der Kerninflation führen, auch wenn die durchschnittlichen Stundenlöhne im Dezember auf 4,6% zurückgegangen sind. Auch die Verbraucherpreisinflation ist im Dezember auf 6,5% gesunken. Im Jahrersvergleich dürfte die Gesamtinflation weiter sinken, dennoch erwarten wir im kommenden Monat zunächst höhere Werte, zumal die Wirkung sinkender Gebrauchtwagenpreise nachlässt.

Aus dem Protokoll der letzten Sitzung der Federal Reserve vom 13. und 14. Dezember geht hervor, dass die US-Zentralbank das größte Problem auch weiterhin in der Inflation und nicht in einer zu restriktiven Politik sieht, die die Wirtschaft mit Verzögerung unnötig belastet. Wir gehen weiterhin davon aus, dass die US-Notenbank ihr Zinszielband im ersten Quartal von derzeit 4,25 bis 4,5% auf einen Höchstwert von 5 bis 5,25% anheben und für den Rest des Jahres auf diesem Niveau halten wird. Die Wahrscheinlichkeit einer Rezession in den USA in diesem Jahr beziffern wir nach wie vor auf 90%.

Im Dezember hat die Europäische Zentralbank (EZB) den Zinssatz ihrer Haupteinlagenfazilität um 50 Basispunkte auf 2% angehoben. In ihrer Dezember-Prognose geht die EZB davon aus, dass Gesamt- und Kerninflation (ohne die stark schwankenden Lebensmittel- und Energiepreise) bis 2025 im Durchschnitt über dem 2%-Ziel der Bank liegen werden. Daher haben wir unsere Prognosen aus dem Marktausblick 2023 um einen Prozentpunkt angehoben und erwarten jetzt einen Höchststand der Leitzinsen im Euroraum von 3,5% im zweiten Quartal; erste Zinssenkungen erwarten wir frühestens in der zweiten Hälfte des Jahres 2024.

Außerdem erwarten wir einen Rückgang der Wirtschaftsleistung des Euroraums um 0,5 bis 1% im laufenden Jahr, in Anbetracht der überraschend guten Wirtschaftsdaten überwiegen allerdings die Positivrisiken für dieses Szenario.

Auch in Großbritannien lässt sich die Inflation nur durch höhere Zinsen eindämmen, weshalb wir auf der Insel ebenfalls in diesem Jahr eine Rezession erwarten. 2022 könnte die britische Wirtschaft dagegen nach aktuellen Konjunkturdaten knapp an einer Rezession vorbeigeschrammt sein.

Wir gehen weiterhin davon aus, dass die Bank of England die Leitzinsen Anfang 2023 von derzeit 3,5 auf 4,5% anheben wird, zumal es keine Anzeichen für sinkendes Lohnwachstum gibt. 2022 belasteten steigende Energiekosten die privaten Haushalte, 2023 könnte sich der Hypothekenmarkt zur Achillesferse entwickeln. In Großbritannien sind die Hypothekenzinsen meist nur für zwei bis fünf Jahre festgeschrieben, schätzungsweise 35 bis 40% der Hypothekengläubiger müssen sich daher im Laufe dieses Jahres auf deutlich höhere Zinssätze einstellen.

Diese Angaben entsprechen der internen Einschätzung des Global Economics and Markets Team der Vanguard Investment Strategy Group (ISG) per 19. Januar 2023. Weitere Informationen zu unserem aktuellen Ausblick finden Sie in dem vollständigen Bericht.

Marktausblick

Nachstehend stellen wir unsere aktuellen 10-Jahres-Renditeprognosen für die Aktien- und Anleihemärkte vor.1

1 Die probabilistischen Renditeprognosen beruhen auf den Marktbedingungen zum Zeitpunkt der Simulation des Vanguard Capital Markets Model® (VCMM) und können sich daher mit jeder neuen Simulation ändern.

Die Vanguard Investment Strategy Group aktualisiert die Zahlen vierteljährlich. Die oben aufgeführten Prognosen beruhen auf Ergebnissen des VCMM per 30. September 2022. Die Zahlen beruhen auf einer Bereichsleiste mit einer Genauigkeit von zwei Punkten für Aktien bzw. einem Punkt für Anleihen (jeweils um das 50. Perzentil). Die Zahlen in Klammern geben die Median-Volatilität an.

WICHTIGE HINWEISE: Die Prognosen sowie andere Informationen, die von dem Vanguard Capital Markets Model generiert werden und die Wahrscheinlichkeit verschiedener Anlageergebnisse zum Gegenstand haben, sind naturgemäß hypothetisch, stellen keine tatsächlichen Anlageergebnisse dar und garantieren keine zukünftigen Erträge. Die Verteilung der Renditeergebnisse des VCMM wird aus 10.000 Simulationen für jede modellierte Assetklasse abgeleitet. Simulationen per 30. September 2022. Die Ergebnisse des Modells können mit jeder Nutzung sowie im Laufe der Zeit variieren.

Wichtige Hinweise zu Anlagerisiken

Der Wert der Investitionen und die daraus resultierenden Erträge können steigen oder fallen, und Investoren können Verluste auf ihrer Investitionen erleiden.

Die frühere Wertentwicklung gibt keinen verlässlichen Hinweis auf zukünftige Ergebnisse.

WICHTIGER HINWEIS: Die Prognosen sowie andere Informationen, die von dem Vanguard Capital Markets Model generiert werden und die Wahrscheinlichkeit verschiedener Anlageergebnisse zum Gegenstand haben, sind naturgemäß hypothetisch, stellen keine tatsächlichen Anlageergebnisse dar und garantieren keine zukünftigen Erträge. Die Verteilung der Renditeergebnisse des VCMM wird aus 10.000 Simulationen für jede modellierte Assetklasse abgeleitet. Simulationen per 30. September 2022. Die Ergebnisse des Modells können mit jeder Nutzung sowie im Laufe der Zeit variieren.

Die Prognosen des VCMM basieren auf statistischen Analysen und historischen Daten. Zukünftige Renditen können von den im VCMM erfassten historischen Mustern abweichen. Noch wichtiger ist jedoch, dass das VCMM extrem negative Szenarios unterschätzen kann, die in den historischen Zeiträumen, auf denen die Modellschätzungen beruhen, nicht vorkamen.

Das Vanguard Capital Markets Model® ist ein proprietäres Finanzsimulationstool, das von der Investment Strategy Group von Vanguard entwickelt und gepflegt wird. Das Modell prognostiziert die Verteilung zukünftiger Renditen für zahlreiche Assetklassen. Zu diesen Assetklassen gehören die US-amerikanischen und internationalen Aktienmärkte, US-Treasuries und Unternehmensanleihen mit verschiedenen Laufzeiten, internationale Anleihemärkte, US-Geldmärkte, Rohstoffe sowie bestimmte alternative Anlagestrategien. Die theoretische und empirische Grundlage des Vanguard Capital Markets Model ist die Beziehung zwischen Rendite und Risiko: Die Renditen zahlreicher Assetklassen sind der von Anlegern im Gegenzug für bestimmte Arten von systematischem Risiko (Beta) verlangte Ausgleich. Den Kern des Modells bilden Schätzungen der dynamischen statistischen Beziehung zwischen Risikofaktoren und Vermögensrenditen, die durch statistische Analysen auf der Grundlage verfügbarer monatlicher Finanz- und Wirtschaftsdaten gewonnen werden. Mithilfe eines Systems von Gleichungsschätzungen führt das Modell eine Monte Carlo-Simulation durch, um die geschätzten Zusammenhänge zwischen Risikofaktoren und Assetklassen sowie Ungewissheit und Zufälle langfristig zu prognostizieren. Das Modell generiert eine große Anzahl simulierter Ergebnisse für jede Assetklasse über verschiedene Zeiträume. Die Prognosen werden durch Berechnung der Zentraltendenzen in diesen Simulationen gewonnen. Die Ergebnisse des Modells variieren mit jeder Nutzung sowie im Laufe der Zeit.

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