• Risikoarme Obligationen überzeugen im 10-Jahres-Ausblick durch ihr Risiko-Rendite-Profil.
  • Unternehmensobligationen werfen denkbar knappe Risikoaufschläge ab, die das zusätzliche Risiko kaum ausgleichen.
  • Sollte der erwartete Produktivitätsschub durch Künstliche Intelligenz (KI) in den kommenden Jahren ausbleiben, könnten Obligationen Risiken abfedern.

 

Obligationen profitieren von den höheren Neutralzinsen und überzeugen durch die richtige Mischung aus Rendite und Diversifizierung.

Dank hoher Ausgangsniveaus und sinkender Risikoaufschläge warfen Staats- und Unternehmensobligationen aus den USA, aus Grossbritannien und aus dem Euroraum im abgelaufenen Jahr solide Renditen ab1. Wir erwarten auch 2026 überzeugende Realrenditen, die die Inflationsrate übersteigen – unabhängig davon, was Zentralbanken tun werden.

Was zählt, ist Qualität

Innerhalb des Obligationenuniversums betonen wir die Bedeutung der Kreditqualität. Die Kreditrisikoaufschläge haben ein historisch niedriges Niveau erreicht und nähern sich den Rekordtiefs, die wir zuletzt während des Technologiebooms der Neunzigerjahre gesehen haben.

Das Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage könnte einen Anstieg der Spreads verhindern, die Wahrscheinlichkeit eines weiteren Rückgangs ist jedoch gering. Das bedeutet auch: Das Risikoprofil dieser Obligationen ist einseitig und nach unten verzerrt, zumal die aktuellen Bewertungen nur wenig Spielraum für Fehler lassen und die Risiken des aktuellen KI-Investitionszyklus kaum ausgleichen.2

 

Rekordniedrige Risikoaufschläge lassen wenig Spielraum nach unten

Ein Liniendiagramm zeigt den optionsbereinigten Spread (OAS) von US-Investment-Grade- (grüne Linie, linke Achse) und US-High-Yield-Unternehmensanleihen (braune Linie, rechte Achse) von 1995 bis 2025. Insbesondere während der frühen Nullerjahre sowie während der Finanzkrise des Jahres 2008 erreichten die Risikoaufschläge Höchststände, im Jahr 2025 notierten beide Spreads dagegen auf rekordnahen Tiefständen. Die gestrichelten Linien zeigen die aktuellsten Werte vom 2. Januar 2026 an. Das Diagramm macht deutlich, dass die Aufschläge im historischen Vergleich äußerst knapp sind und kaum weiter zurückgehen können.

Anmerkungen: Das Diagramm zeigt die optionsbereinigten Spreads (OAS) des Bloomberg US Credit Index (grüne Linie) und des Bloomberg US High Yield Corporate Bond Index (braune Linie). Die gestrichelten Linien bilden die aktuellsten Spread-Werte des jeweiligen Index vom 2. Januar 2026 ab. 

Quelle: Vanguard und Refinitiv; Stand: 2. Januar 2026.

Die robuste Konjunktur dürfte einen deutlichen Spread-Anstieg verhindern – sowohl in den USA, wo das Wachstum auf über 2% steigen sollte, als auch in Europa, wo sich die Wachstumsraten ihrem langfristigen Trend annähern dürften.

Ausbau der KI-Infrastruktur könnte zur Belastung werden

Der KI-Investitionszyklus ist noch nicht abgeschlossen, weshalb die Obligationenmärkte zukünftig wohl steigende Emissionsvolumen absorbieren müssen. Mit dem Angebot könnten jedoch auch die Risikoaufschläge steigen, gleichzeitig sind die mit diesem Infrastrukturausbau verbundenen Risiken in den aktuellen Bewertungen gegenüber Staatsobligationen kaum eingepreist. Mit der Zunahme kapitalintensiver KI-Projekte steigt auch das Risiko von Kreditausfällen, insbesondere unter Emittenten mit niedrigerer Bonität. Für globale Obligationen erwarten wir vor diesem Hintergrund in den kommenden zehn Jahren hohe Renditen von 4,0 bis 5,3%.3

Solide Anleihen mit überzeugendem Risiko/Renditeprofil

Ein Boxplot vergleicht die annualisierten 10-Jahres-Renditeprognosen (in USD) und die Medianvolatilität verschiedener Segmente der Anleihemärkte: globale Anleihen, globale Staatsanleihen (währungsgesichert), globale Unternehmensanleihen (währungsgesichert), US-Staatsanleihen, US-Unternehmensanleihen, US-High-Yield-Unternehmensanleihen (währungsgesichert) und Staatsanleihen aus Schwellenländern (währungsgesichert). Jede Assetklasse wird durch eine Box für die Spanne der prognostizierten Renditen dargestellt, darüber ist die jeweilige Medianvolatilität angegeben. Assetklassen mit relativ geringem Kreditrisiko, darunter US-Anleihen und globale Staatsanleihen sind weniger volatil und werfen im Vergleich zu renditestärkeren, aber volatileren Klassen wie US-High-Yield-Anleihen konkurrenzfähige Renditen ab.

Anmerkungen: Diese Prognosen beruhen auf der Verteilung von 10.000 VCMM-Simulationen der nominalen, annualisierten 10-Jahres-Renditen in USD der hier abgebildeten Assetklassen. In den Renditen der einzelnen Assetklassen sind reinvestierte Erträge und Kapitalgewinne enthalten, jedoch weder Verwaltungsgebühren bzw. -kosten noch die Auswirkungen von Steuern. Indizes dienen als Näherungswerte für die hier abgebildeten Assetklassen. Da Indizes nicht gemanagt werden, ist eine direkte Anlage in einen Index nicht möglich.

Quelle: Berechnungen von Vanguard; Stand: 31. Oktober 2025.

Wegen der knappen Kreditrisikoaufschläge gehen wir davon aus, dass Investment-Grade-Unternehmensobligationen bei einem ähnlichen Durationprofil insgesamt nur moderate Mehrrenditen gegenüber Staatsobligationen abwerfen werden. In den nächsten zehn Jahren dürften US-Unternehmensobligationen mit einer Laufzeit von etwa sechs bis sieben Jahren eine annualisierte Rendite von 4,4%4 erzielen, die erwarteten Renditen von US-Staatsobligationen mit gleicher Laufzeit liegen mit 4,2% nur geringfügig darunter.

Optimistisch für Anleihen, weniger optimistisch für US-Aktien

Dank ihrer hohen Renditen sind Obligationen weiterhin attraktiv. Wir sind noch immer optimistisch für US-Value-Aktien sowie für Aktien aus anderen Industrieländern, bleiben jedoch bei unserer Einschätzung, dass risikoarme Obligationen das Risikoprofil eines Portfolios verbessern und das Risiko diversifizieren können, dass der erwartete Produktivitätsschub durch Künstliche Intelligenz ausbleibt oder sogar Kursrückgänge an den Aktienmärkten auslöst.

Hier erfahren Sie mehr über die Obligationenfonds, ETFs und Modellportfolios von Vanguard.

 

1 Renditen amerikanischer und europäischer Indizes für den Zeitraum vom 31. Dezember 2024 bis zum 31. Dezember 2025: Bloomberg US Treasury: 6,3%; Bloomberg US Credit: 7,8%; Bloomberg Sterling Gilts USD Hedged: 5%; Bloomberg Sterling Non-Gilts USD Hedged: 6,9%; Bloomberg Euro-Aggregate: Treasury USD Hedged: 2,6%; Bloomberg Euro-Aggregate USD Hedged: Corporates: 5,2% Quelle: Refinitiv.

2 Mit der Zunahme kapitalintensiver KI-Projekte steigt auch das Risiko von Kreditausfällen, insbesondere unter Emittenten mit niedrigerer Bonität.

Basierend auf den annualisierten 10-Jahres-Renditeprognosen von Vanguard für globale, in USD abgesicherte Obligationen (Aggregate Bonds); Stand: 31. Oktober 2025.

4 Basierend auf den annualisierten 10-Jahres-Renditeprognosen von Vanguard für US-Unternehmensobligationen; Stand: 31. Oktober 2025.

""

Events und Webinare

Live oder On-Demand – spannende Events für Sie, von Marktthemen bis zu Portfolio- und Verhaltenscoaching.

""

WICHTIGER HINWEIS: Die Prognosen sowie andere Informationen, die von dem Vanguard Capital Markets Model generiert werden und die Wahrscheinlichkeit verschiedener Anlageergebnisse zum Gegenstand haben, sind naturgemäß hypothetisch, stellen keine tatsächlichen Anlageergebnisse dar und garantieren keine zukünftigen Erträge. Die Verteilung der Renditeergebnisse des VCMM wird aus 10.000 Simulationen für jede modellierte Assetklasse abgeleitet. Die Ergebnisse des Modells können mit jeder Nutzung sowie im Laufe der Zeit variieren. Die Prognosen des VCMM basieren auf statistischen Analysen und historischen Daten. Zukünftige Renditen können von den im VCMM erfassten historischen Mustern abweichen. Noch wichtiger ist jedoch, dass das VCMM extrem negative Szenarios unterschätzen kann, die in den historischen Zeiträumen, auf denen die Modellschätzungen beruhen, nicht vorkamen.

Das Vanguard Capital Markets Model® ist ein proprietäres Finanzsimulationstool, das von der Investment Strategy Group von Vanguard entwickelt und gepflegt wird. Das Modell prognostiziert die Verteilung zukünftiger Renditen für zahlreiche Assetklassen. Zu diesen Assetklassen gehören die US-amerikanischen und internationalen Aktienmärkte, US-Treasuries und Unternehmensanleihen mit verschiedenen Laufzeiten, internationale Anleihemärkte, US-Geldmärkte, Rohstoffe sowie bestimmte alternative Anlagestrategien. Die theoretische und empirische Grundlage des Vanguard Capital Markets Model ist die Beziehung zwischen Rendite und Risiko: Die Renditen zahlreicher Assetklassen sind der von Anlegern im Gegenzug für bestimmte Arten von systematischem Risiko (Beta) verlangte Ausgleich. Den Kern des Modells bilden Schätzungen der dynamischen statistischen Beziehung zwischen Risikofaktoren und Vermögensrenditen, die durch statistische Analysen auf der Grundlage verfügbarer monatlicher Finanz- und Wirtschaftsdaten gewonnen werden. Mithilfe eines Systems von Gleichungsschätzungen führt das Modell eine Monte Carlo-Simulation durch, um die geschätzten Zusammenhänge zwischen Risikofaktoren und Assetklassen sowie Ungewissheit und Zufälle langfristig zu prognostizieren. Das Modell generiert eine große Anzahl simulierter Ergebnisse für jede Assetklasse über verschiedene Zeiträume. Die Prognosen werden durch Berechnung der Zentraltendenzen in diesen Simulationen gewonnen. Die Ergebnisse des Modells variieren mit jeder Nutzung sowie im Laufe der Zeit.

Der Wert des VCMM liegt primär in seiner Anwendung für die Analyse potenzieller Kundenportfolios. VCMM-Prognosen für einzelne Assetklassen – bestehend aus Verteilungen der erwarteten Renditen, Volatilitäten und Korrelationen – sind der Schlüssel zur Bewertung potenzieller Verlustrisiken, verschiedener Risiko-Rendite-Zielkonflikte sowie der Diversifizierungsvorteile unterschiedlicher Anlageklassen. Zwar werden mit jeder Renditeverteilung auch Zentraltendenzen generiert, allerdings lassen sich die Ergebnisse des VCMM am effektivsten nutzen, indem man das gesamte Spektrum möglicher Ergebnisse für die untersuchten Assetklassen betrachtet.

Das VCMM generiert ein breites Spektrum möglicher Ergebnisse und soll so die Unsicherheit von Prognosen darstellen. Es ist wichtig zu verstehen, dass das VCMM den Renditeverteilungen keine „Normalität“ aufzwingt, sondern vielmehr von den sogenannten „Fat Tails“ (Extremrisiken) und der Schiefe in der empirischen Verteilung der modellierten Assetklassenrenditen beeinflusst wird. Innerhalb eines breiten Ergebnisspektrums können Anlegerinnen und Anleger sehr unterschiedliche Ergebnisse erzielen, was die Vielfältigkeit der möglichen zukünftigen Pfade unterstreicht. Tatsächlich ist dies einer der wichtigsten Gründe, warum wir Renditeprognosen als Verteilung darstellen.

Wichtige Hinweise zu Anlagerisiken

Der Wert der Investitionen und die daraus resultierenden Erträge können steigen oder fallen, und Investoren können Verluste auf ihrer Investitionen erleiden.

Die frühere Wertentwicklung gibt keinen verlässlichen Hinweis auf zukünftige Ergebnisse. In den Performanceangaben sind die Provisionen und Kosten im Zusammenhang mit der Ausgabe und Rücknahme von Anteilen nicht berücksichtigt.

Jegliche Prognosen sollten als hypothetischer Natur betrachtet werden und spiegeln keine zukünftigen Ergebnisse wider bzw. garantieren diese nicht.

Wichtige allgemeine Hinweise

Nur für professionelle Anleger (nach den Kriterien der MiFID II-Richtlinie), die auf eigene Rechnung investieren (einschließlich Verwaltungsgesellschaften (Dachfonds) und professionelle Kunden, die im Namen ihrer diskretionären Kunden investieren). In der Schweiz nur für professionelle Anleger. Nicht für die öffentliche Verbreitung bestimmt.

Die hier enthaltenen Informationen sind nicht als Angebot zum Kauf oder Verkauf oder als Aufforderung zur Abgabe eines Angebots zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren in einer Rechtsordnung zu betrachten, in der ein solches Angebot oder eine solche Aufforderung gegen das Gesetz verstößt, oder an Personen, denen gegenüber es rechtswidrig ist, ein solches Angebot oder eine solche Aufforderung zu machen, oder wenn die Person, die das Angebot oder die Aufforderung abgibt, nicht qualifiziert ist, dies zu tun.

Die hier enthaltenen Informationen dienen lediglich zu Bildungszwecken und stellen keine Empfehlung und kein Angebot zum Kauf oder Verkauf von Anlagen dar.

Im EWR herausgegeben von der Vanguard Group (Ireland) Limited, die in Irland von der irischen Zentralbank reguliert wird.

In der Schweiz herausgegeben von Vanguard Investments Switzerland GmbH.

Herausgegeben von Vanguard Asset Management, Limited, die in Großbritannien von der Financial Conduct Authority zugelassen ist und von ihr reguliert wird.

© 2026 Vanguard Group (Irland) Limited. Alle Rechte vorbehalten.

© 2026 Vanguard Investments Switzerland GmbH. Alle Rechte vorbehalten.

© 2026 Vanguard Asset Management, Limited. Alle Rechte vorbehalten.