Jenseits der Rendite: Was Schweizer Anlegerinnen und Anleger an ihrer Beratung schätzen
Der Wert einer Beratung wurde früher vor allem an der Rendite gemessen. Eine neue Studie des Vanguard Advisory Research Centre macht jedoch deutlich, dass Anlegerinnen und Anleger auch andere Aspekte ihrer Beratungsbeziehung schätzen, die über die Anlageergebnisse hinausgehen.
Im Rahmen der Studie Client Connect: The Vanguard Advice Survey 2026 haben wir mehr als 1.000 beratene Anlegerinnen und Anleger sowie 200 Beraterinnen und Berater aus der ganzen Schweiz befragt. Die Antworten legen den Schluss nahe, dass der persönliche Austausch zwischen Kunde und Berater für den Aufbau dauerhafter Beratungsbeziehungen ebenso wichtig ist wie die Anlageergebnisse.
Weil inzwischen immer mehr Schweizerinnen und Schweizer investieren, wächst auch der Bedarf an verlässlicher Finanzberatung. Grundsätzlich sind Schweizer Kundinnen und Kunden mit ihrer Beratung sehr zufrieden, doch an einigen Stellen klafft eine Lücke zwischen Kundenerwartung und erbrachter Beratungsleistung.
Berater können ihr Leistungsangebot besser auf die Wünsche ihrer Kundinnen und Kunden abstimmen und so ihre Beziehungen vertiefen, wenn sie sich dieser Diskrepanzen bewusst sind.
Nachstehend fassen wir einige der wichtigsten Ergebnisse der Studie zusammen:
Schweizer Anlegerinnen und Anleger messen ihrer Beratung einen hohen Wert bei
Fast alle (98%) der befragten Anlegerinnen und Anleger gehen davon aus, mit Beratung bessere Anlageergebnisse zu erzielen. Die durchschnittliche Mehrrendite ihrer Beratungsbeziehung schätzen sie auf 6%,1 was deutlich über den geschätzten 3% der „Adviser's Alpha“2-Studie liegt. Diese Differenz legt den Schluss nahe, dass die Kundenwahrnehmung der erhaltenen Beratungsleistung deutlich von dem tatsächlichen Einfluss von Beraterinnen und Beratern abweichen kann.
Unsere Umfrage ergab auch, dass Anlegerinnen und Anleger grossen Wert auf eine persönliche, kosteneffiziente und transparente Finanzberatung legen – und dass diese Aspekte die Kundenzufriedenheit ebenso beeinflussen wie die Anlagerenditen.
Beziehungspflege ist unerlässlich
Eine wichtige Erkenntnis unserer Befragung betrifft die Service-Abstimmung: Nur 27% der befragten Anlegerinnen und Anleger erhalten nach eigener Einschätzung immer eine Beratung, die wirklich auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten ist.
Um dieser Erwartung gerecht zu werden, müssen Beraterinnen und Berater mehr Zeit in den Aufbau persönlicher Beziehungen investieren und Finanzpläne entwickeln, die sich an den Wünschen und Zielen ihrer Kunden orientieren. So können sie Vertrauen aufbauen und langfristig bessere Ergebnisse erzielen.
Verhaltenscoaching als Wertschöpfungsquelle
Unsere Untersuchung macht auch deutlich, dass emotionale Beratung zu den Aspekten einer Beratungsbeziehung gehört, die am häufigsten übersehen werden. Verhaltenscoaching kann die jährliche Nettorendite von Kundinnen und Kunden um bis zu 1,5% steigern und gehört damit zu den wichtigsten Alpha-Quellen für Berater.3 73% der befragten Anleger und 90% der Berater sind sich der Bedeutung von Verhaltenscoaching in entscheidenden Momenten bewusst – insbesondere in volatilen Marktphasen, wenn die Emotionen hochkochen.
Nachlassplanung: kein Thema für die lange Bank
Nachlassplanung wird immer mehr zum Kernbestandteil einer Beratungsbeziehung, und mehr als 70% der befragten Anlegerinnen und Anleger würde das Thema lieber zu einem frühen Zeitpunkt in ihrer Beziehung ansprechen – idealerweise im Alter zwischen 40 und 60 Jahren. Beraterinnen und Berater nehmen das Gespräch zum Thema Nachlassplanung dagegen in der Regel erst auf, wenn ihre Kunden etwa 60 Jahre alt sind. Auch an dieser Stelle könnten sie ihr Beratungsangebot also besser auf die Bedürfnisse ihrer Kundinnen und Kunden abstimmen.
Zeit mit Kunden ist gut investierte Zeit
Client Connect: The Vanguard Advice Survey 2026 macht deutlich, an welcher Stelle Anlegerinnen und Anleger mehr von ihrer Beratungsbeziehung erwarten. Zwar sind Anlageergebnisse wichtig, Kundinnen und Kunden wünschen sich jedoch auch eine persönlichere Beziehung zu ihrem Berater. Sie wollen, dass ihr Berater ihnen zuhört, sich in ihre Lage versetzt und sich wirklich kümmert – nicht nur um ihr Geld, sondern auch um ihr Wohlergehen, ihre Ziele und ihre Familie. Für Beraterinnen und Berater könnte das bedeuten, dass sie mehr Zeit für den direkten Kundenkontakt und weniger Zeit für Routineaufgaben wie Portfoliomanagement und Administration aufwenden sollten.
Portfoliomanagement: Auslagern schafft Freiräume
Durch die Auslagerung des laufenden Portfoliomanagements an einen vertrauenswürdigen Manager wie Vanguard bleibt Beraterinnen und Beratern mehr Zeit für die wirklich wichtigen Aspekte der Beratungsbeziehung, die sich nicht standardisieren lassen, darunter der Aufbau „menschlicher“ Beziehungen und strategische Beratung.
Beraterinnen und Berater können eher engere Beziehungen zu Kunden sowie zu deren Familien aufbauen und die Zukunft ihres Unternehmens sichern, indem sie in diesem „höherwertigen“ Segment einen erstklassigen Service anbieten.
Outsourcing macht den Weg frei für gehobene Dienstleistungen