Webinar zum Vanguard Wirtschafts- und Marktausblick 2022

Am 16. Dezember stellen Peter Westaway und andere Mitglieder der Vanguard Investment Strategy Group unseren Marktausblick 2022 in einer Live-Präsentation vor. Melden Sie sich jetzt an, um mehr über unsere Prognosen für Wirtschaft und Märkte zu erfahren.

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Die neue Covid-Variante macht deutlich, dass es ohne eine gesunde Bevölkerung auch keine gesunde Wirtschaft geben kann. Zum Jahresende blicken wir nach vorn und erläutern, welche Themen Wirtschaft und Märkte im kommenden Jahr bewegen könnten.

Covid-19: Omikron bedroht die Erholung

Schon vor der Entdeckung der potenziell gefährlichen Omikron-Variante waren wir von einem schwierigen Winter für die entwickelten Volkswirtschaften ausgegangen, zumal die Immunität durch Impfungen nachlässt und Auffrischungsimpfungen zu langsam anlaufen. Lockdowns hielten wir allerdings im Vergleich zu früheren Wellen schon wegen der durch eine Infektion erworbenen Immunität in Teilen der Bevölkerung und sinkender Sterblichkeitsraten für weniger wahrscheinlich.

Omikron könnte unsere Prognosen für das kommende Jahr jedoch umwerfen, denn noch ist unklar, ob die neue Variante Delta ablösen wird. Bleibt Delta dominant, würden wir wahrscheinlich an unseren Wirtschaftsprognosen festhalten. Noch wissen wir jedoch nicht, wie infektiös die neue Variante ist und ob sie sich einer Immunabwehr entzieht.

Sollte sich die Omikron-Variante als dominant herausstellen, würden die Auswirkungen überall auf der Welt spürbar sein. Besonders betroffen wären die asiatischen Industrie- und Schwellenländer, die bisher davon profitierten, dass ihre Impfprogramme nicht so weit zurückliegen wie in den USA und in Europa. Sollte Omikron gegen Impfungen resistent sein, würden sie diesen Vorteil verlieren. Auch ist die infektionsbedingte Immunitätsrate in Asien niedriger, was die Risiken zusätzlich erhöht.

Die Welt will Covid endlich hinter sich lassen. Ob und wann das möglich ist – und ob uns weitere Lockdowns erspart bleiben –, hängt von der Entwicklung der Virusmutationen ab.

US-Aktienmarkt: Bewertungen erreichen den höchsten Stand seit der Dotcom-Blase

Schon seit einigen Jahren weisen wir auf die hohen Bewertungen am US-Aktienmarkt hin. 2021 sind die Kurse erneut gestiegen, was allerdings mehr auf steigende Bewertungen als auf steigende Gewinne zurückzuführen ist. Heute sind US-Aktien so überbewertet wie zuletzt vor dem Platzen der Dotcom-Blase.

Unsere Einschätzung beruht auf der aktuellsten Simulation des Vanguard Capital Markets Model® (VCMM) vom 30. September 2021. Unser Modell erfasst die Aktienbewertungen im Verhältnis zu ihrem Fair Value, der von den Zinssätzen und der Inflation abhängt. Durch steigende Zinsen sinkt der Barwert zukünftiger Cashflows, weshalb Zinsen und Inflation tendenziell die Bewertungen am Aktienmarkt – und damit auch die Preise – beeinflussen.

US-Aktienmarkt: Bewertungen deutlich über dem Fair Value

Die Wertentwicklung der Vergangenheit ist kein verlässlicher Indikator für künftige Erträge.

Hinweise: Das zyklisch bereinigte Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von US-Aktien (Fair-Value-CAPE) beruht auf einem statistischen Modell, welches das KGV um Zinseffekte und Inflationserwartungen bereinigt. Die statistische Modellspezifizierung ist eine Vektor-Fehlerkorrektur (VEC) mit drei Variablen: Gewinnrenditen von Aktien, nachlaufende 10-Jahres-Inflation und 10-Jahres-Treasury-Renditen, geschätzt über einen Zeitraum von Dezember 1940 bis September 2021. Die durchgezogene blaue Linie oberhalb des grauen Bandes deutet auf eine Überbewertung von US-Aktien hin.

Quellen: Berechnungen von Vanguard per 30. September 2021 auf Grundlage von Daten der Webseite vor Robert Shiller (aida.wss.yale.edu/~shiller/data.htm) sowie dem US Bureau of Labor Statistics, dem Federal Reserve Board, Refinitiv und Global Financial Data.

Die Grafik verdeutlicht das Ausmaß der Überbewertung: Die durchgezogene rote Linie entspricht dem konjunkturbereinigten Kurs-Gewinn-Verhältnis von US-Aktien, das graue Band stellt die Fair-Value-Bandbreite der Aktien dar. Genau wie vor dem Platzen der Dotcom-Blase liegt das KGV über dem Fair Value1.

Unser Modell stellt zwar Prognosen für die kommenden zehn Jahre auf, gibt jedoch keinen Aufschluss darüber, wann und wie sich die Aktienkurse wieder bei ihrem Fair Value einpendeln könnten. Genau wie Ende der Neunzigerjahre können Überbewertungen immer neue Höchststände produzieren; damals dauerte es fünf Jahre, bevor die Kurse wieder Fair-Value-Niveau erreichten.

In einer Analyse ist das Vanguard Capital Markets Research Team zu dem Schluss gekommen, dass eine entsprechende Korrektur eher durch fallende Kurse als durch steigende Gewinne ausgelöst wird. Kursverluste von 10% und mehr sind häufiger, wenn Aktien überbewertet sind.

Anleger sollten an dieser Stelle überprüfen, ob ihre Asset-Allokation noch mit ihrem Risikoprofil in Einklang steht.

Zinsen: Haben sich die Märkte verschätzt?

In Erwartung steigender Zinsen blicken die Märkte seit einiger Zeit auf die Zentralbanken der Industrieländer. Es geht jedoch nicht nur um die Frage, ob die Zinsen steigen, sondern auch wie weit.

Wir vermuten, dass die Märkte die „Schlussrate“ der US Federal Reserve zu niedrig ansetzen. Warum das so ist, lässt sich an der Beziehung zwischen dieser Schlussrate und dem neutralen Zinssatz verstehen, also dem langfristigen Gleichgewichtszinssatz, der weder eine expansive noch eine restriktive Geldpolitik anzeigt.

Kurzfristige wirtschaftliche Veränderungen verschieben den Zinssatz über oder unter diesem neutralen Wert – je nachdem, ob sie positiv oder negativ sind. Bei guter Konjunktur könnten die Zinssätze also über den neutralen Wert steigen.

Nach Ausbruch von Covid-19 haben Regierungen und Zentralbanken ihre Volkswirtschaften mit riesigen Notprogrammen am Leben erhalten, die jetzt jedoch zu einer Gefahr werden könnten. Die Konjunkturmaßnahmen zu reduzieren, gestaltet sich als schwierig.

Die Märkte gehen davon aus, dass die Federal Reserve die Zinsen schrittweise auf 1,5% anheben wird. Damit liegen sie um mehr als einen Prozentpunkt über dem aktuellen Zielwert der Fed von 0% bis 0,25%, jedoch unter den 2,5%, den die US-Zentralbank für einen neutralen Zinssatz hält. Vanguard geht von einem neutralen Zinssatz von 2 bis 3% aus.

Dazu sei angemerkt, dass der neutrale Zinssatz seit mehreren Jahrzehnten sinkt, zum Teil aufgrund der Beziehungen zwischen globalen Sparvermögen und Investitionen. Wir rechnen nicht damit, dass die Zinsen wieder den Stand vor der Finanzkrise im Jahr 2008 erreichen, außerdem könnte die Fed die Zinsen langsam über mehrere Jahre anheben. 

Steigende Inflation und ein angespannter Arbeitsmarkt könnten die Fed jedoch veranlassen, die Zinsen nicht nur früher, sondern auch deutlicher als erwartet anzuheben, was zu heftigen Reaktionen an den Märkten führen könnte. Dieses Szenario verdeutlicht die Bedeutung von Disziplin und langfristigen Zielen in der Vermögensanlage.

Zahlungsausfälle in China: Ansteckungsgefahr für das globale Finanzsystem?

Die Zahl der Zahlungsausfälle privater Wohnungsbauunternehmen in China ist in diesem Jahr gestiegen, aus mehreren Gründen sehen wir jedoch keine Ansteckungsgefahr für die globalen Finanzmärkte.

Tatsächlich ist die Ausfallquote privater Unternehmen in China bis Ende Oktober 2021 von 5% auf 7% gestiegen, wofür vor allem Bauunternehmen verantwortlich sind. Beispiellos ist diese Situation jedoch nicht: Schon auf dem Höhepunkt des Schuldenabbaus im Jahr 2018 schnellte die Ausfallquote privater Unternehmen auf 8%2.

Im kommenden Jahr könnte das Risiko von Zahlungsausfällen weiter steigen, denn dann müssen mehrere der größten privaten Bauträger Anleihen tilgen. Gleichzeitig will Chinas Führung den Immobilienmarkt auf einen nachhaltigeren Wachstumspfad bringen und verschärft die Regulierung des Sektors. Wir gehen jedoch davon aus, dass die Regierung ein Übergreifen auf das Finanzsystem verhindern wird.

Gegen eine Ansteckungsgefahr spricht auch die Zusammensetzung der Kredite: Zwar entfielen in den ersten sechs Monaten des Jahres 2021 mehr als ein Viertel aller ausstehenden Bankkredite auf den Immobiliensektor; dabei handelte es sich jedoch überwiegend um Hypotheken, deren Kreditrisiko aufgrund der hohen Anzahlungen geringer ist. Vergleichsweise riskantere Kredite an private Wohnungsbauunternehmen machten nur 4% des Kreditvolumens der Banken aus.

Die Probleme des Immobiliensektors werden sich wohl eher durch langsameres Wirtschaftswachstum bemerkbar machen, zumal ein Rückgang der chinesischen Immobilieninvestitionen die Nachfrage nach Rohstoffen aus Ländern wie Australien, Brasilien und Kanada belasten dürfte.

Anleger sollten daher vor allem Disziplin wahren und Schlagzeilen über unvermeidliche Kreditausfälle weitestgehend ignorieren.

In dem Vanguard Wirtschafts- und Marktausblick 2022: Was kommt nach der Pandemie? am 16. Dezember erläutern wir, was im kommenden Jahr auf Anleger zukommen könnte.

 

1 Von seinem Höchststand am 10. März 2000 bis zu seinem Tiefststand am 9. Oktober 2002 fiel der Nasdaq Composite Index um 78%. Der Standard & Poor's 500 Index fiel von seinem Höchststand am 24. März 2000 bis zu seinem Tiefststand am 9. Oktober 2002 um 49%.

2 Quelle: Wind Economic Database.

 

WICHTIGER HINWEIS: Die Prognosen sowie andere Informationen, die von dem Vanguard Capital Markets Model® (VCMM) generiert werden und die Wahrscheinlichkeit verschiedener Anlageergebnisse zum Gegenstand haben, sind naturgemäß hypothetisch, stellen keine tatsächlichen Anlageergebnisse dar und garantieren keine zukünftigen Erträge. Die Verteilung der Renditen des VCMM wird aus 10.000 Simulationen für jede modellierte Assetklasse abgeleitet. Simulationen per 30. September 2021. Die Ergebnisse des Modells können mit jeder Nutzung sowie im Laufe der Zeit variieren. Weitere Angaben finden Sie in den folgenden wichtigen Informationen.

Die Prognosen des VCMM basieren auf statistischen Analysen und historischen Daten. Zukünftige Renditen können von den im VCMM erfassten historischen Mustern abweichen. Noch wichtiger ist jedoch, dass das VCMM extrem negative Szenarios unterschätzen kann, die in den historischen Zeiträumen, auf denen die Modellschätzungen beruhen, nicht vorkamen.

Das Vanguard Capital Markets Model® ist ein firmeneigenes Finanz-Simulationsinstrument. Es wurde von den Investment-Research- und Beratungsteams von Vanguard entwickelt und wird von diesen gewartet. Das Modell prognostiziert die Verteilung zukünftiger Renditen für zahlreiche Assetklassen. Zu diesen Assetklassen gehören die US-amerikanischen und internationalen Aktienmärkte, US-Treasuries und Unternehmensanleihen mit verschiedenen Laufzeiten, internationale Anleihemärkte, US-Geldmärkte, Rohstoffe sowie bestimmte alternative Anlagestrategien. Die theoretische und empirische Grundlage des Vanguard Capital Markets Model ist die Beziehung zwischen Rendite und Risiko: Die Renditen zahlreicher Assetklassen sind der von Anlegern im Gegenzug für bestimmte Arten von systematischem Risiko (Beta) verlangte Ausgleich. Das Modell beruht im Kern auf Schätzungen der dynamischen statistischen Beziehung zwischen Risikofaktoren und Asset-Renditen. Diese erhalten wir durch statistische Analyse monatlicher Finanz- und Wirtschaftsdaten, die bis in das Jahr 1960 zurückreichen. Mithilfe eines Systems von Gleichungsschätzungen führt das Modell eine Monte Carlo-Simulation durch, um die geschätzten Zusammenhänge zwischen Risikofaktoren und Assetklassen sowie Ungewissheit und Zufälle langfristig zu prognostizieren. Das Modell generiert eine große Anzahl simulierter Ergebnisse für jede Assetklasse über verschiedene Zeiträume. Die Prognosen werden durch Berechnung der Zentraltendenzen in diesen Simulationen gewonnen. Die Ergebnisse des Modells variieren mit jeder Nutzung sowie im Laufe der Zeit.

Wichtige Hinweise zu Anlagerisiken

Der Wert der Investitionen und die daraus resultierenden Erträge können steigen oder fallen, und Investoren können Verluste auf ihrer Investitionen erleiden.

Die frühere Wertentwicklung gibt keinen verlässlichen Hinweis auf zukünftige Ergebnisse.

Die simulierte frühere Wertentwicklung gibt keine verlässlichen Hinweise auf zukünftige Ergebnisse.

Jegliche Prognosen sollten als hypothetischer Natur betrachtet werden und spiegeln keine zukünftigen Ergebnisse wider bzw. garantieren diese nicht.

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